Konzerte / Orchester
Symphonieorchester Vorarlberg
Bregenz, Rathausstraße 11//4
- Konzert 1: Leo McFall / Sharon Kam
- Konzert 2: Sascha Goetzel / Niek Baar
- texte & töne Festival 2026: Paul-Boris Kertsman
- Konzert 3: Marzena Diakun / Sebastian Klinger
- Konzert 4: Leo McFall / Timothy Ridout
- Konzert 5: Katharina Müllner / MatÍas Piñeira
- Konzert 6: Gérard Korsten / TrioVanBeethoven
- SOV zum Reinhören
- Abonnementzyklen in Feldkirch und in Bregenz
Ereignisse / Festival
Kammermusikfestival vielsaitig Füssen
2. bis 9.9.2026
- Morgen: Florian Weber
- Eröffnungskonzert: Leonkoro Quartet | Maria Ioudenitch (V) | Stephen Waarts (V) | Timothy Ridout (Va) | Julian Steckel (Vc)
- Meisterwerke der Romantik
- Abschlusskonzert der Meisterschüler des Leonkoro Quartets
- Trio con Brio Copenhagen
- Anthony Romaniuk & Julian Steckel
- MGV Walhalla zum Seidlwirt
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Konzert 1:
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Konzert 2:
Konzert 2:
Sascha Goetzel / Niek Baar
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Sascha Goetzel, Dirigent Niek Baar, Violine Franz Schreker: Intermezzo für Streicher op. 8 Dmitri Kabalewski: Violinkonzert C-Dur op. 48 Joseph Haydn: Symphonie Nr. 39 g-Moll Hob. I:39 Alexander Zemlinsky: Sinfonietta op. 23 (Arr. Roland Freisitzer) Stellen Sie sich folgendes musikphysikalisches Experiment vor: Das grelle Licht der Wiener Klassik um Joseph Haydn trifft auf ein Prisma, auf einen durchsichtigen Glaskörper in Pyramidenform. Durch die angewinkelte Oberfläche wird der Lichtstrahl in seine Spektralfarben gebrochen, die auf der anderen Seite aus dem Prisma herausströmen. Neue Farben und Formen, die sich aus dem Licht der Wiener Klassik entwickeln. Für das Ergebnis gibt es unterschiedliche Bezeichnungen: Neoklassizismus, Neue Sachlichkeit, Retour à l’ordre. In der Musik wird dieser Versuch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder durchgeführt. Als Reaktion auf die überbordenden Riesenwerke der Spätromantik und die wilden Farbexzesse des Expressionismus entsteht bei einigen Komponist | innen der dringliche Wunsch, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. »Back to the roots« lautet das Motto – zurück zu Klarheit, Ordnung und Durchsichtigkeit in klassischen Formen wie Suite, Sonate oder Solokonzert. Die Beweggründe der einzelnen Versuchsteilnehmer können dabei ganz unterschiedlich sein: ästhetisch, politisch, ökonomisch. In unserem Labor treffen wir zunächst auf Franz Schreker, dem der Neoklassizismus von seinem Lehrer Robert Fuchs quasi in die Wiege gelegt wird. Mit einfachen Mitteln gelingt ihm in seinem Intermezzo eine große Wirkung mit sattem Streicherklang. Dmitri Kabalewski steht in seinem musikalischen Denken unter dem politischen Joch des stalinistischen Regimes. Mit seiner eingängigen, klaren Musiksprache übersteht er die musikpolitische Säuberungsaktion von 1948. Alexander Zemlinsky versucht sich zunächst an einer Lyrischen Symphonie à la Mahler. Doch der Verlag ist alles andere als erfreut und fragt nach einem Orchesterstück, »das durch seine kurze und praktische Besetzung auch für den Vertrieb leichter ist«. Und Zemlinsky liefert. Doch was ist das? Ausgerechnet der Klassiker Joseph Haydn hält sich mit seinem Ausgangsmaterial für diesen Versuch gar nicht an die Regeln der Klassik. In seiner Symphonie Nr. 39 probiert er sich in expressiven Molltonarten, dramatischen Wendungen und zerklüfteten Melodien. Und so wird dieses Konzert zu einem spannenden Experiment mit falschen Erwartungen, doppelten Böden und trügerischem Schubladendenken.
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Konzert 3:
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Marzena Diakun / Sebastian Klinger
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Marzena Diakun, Dirigentin Sebastian Klinger, Violoncello Robert Schumann: Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 Antonín Dvořák: Symphonie Nr. 9 e-Moll »Aus der Neuen Welt« op. 95 Das Künstlerpaar Robert und Clara Schumann gilt als das bekannteste der romantischen Epoche. Für den Komponisten war es nicht immer einfach, eine begnadete Pianistin an seiner Seite zu wissen, die noch dazu für ein stabiles Einkommen sorgte. 1850 gab es die Chance auf einen Neustart. Begeistert wurde die Familie in Düsseldorf empfangen, wo sich für Schumann endlich der Wunsch nach einer festen Stelle erfüllte. Als Städtischer Musikdirektor schrieb er voller Enthusiasmus in nur zwei Wochen das Concertstück für Violoncell mit Begleitung des Orchesters. Die drei Sätze gehen pausenlos ineinander über und präsentieren eine Fülle an Emotionen, was eine große Freiheit in der Interpretation erlaubt. Das Konzert ist eine virtuose Herausforderung, waghalsige und rasante Läufe und Sprünge über sämtliche Grifflagen des Cellos wechseln sich mit lyrisch-fließender Klanginnigkeit ab und münden in ein temperamentvolles Finale. Clara notierte begeistert in ihrem Tagebuch: »Die Romantik, der Schwung, die Frische und der Humor … von welchem Wohlklang und tiefer Empfindung sind alle die Gesangsstellen darin!« Antonín Dvořáks Symphonie Aus der Neuen Welt sprüht vor musikalischen Einfällen. Der böhmische Komponist wurde als Direktor und Lehrer ans New Yorker Konservatorium geholt, um der jungen Nation zu helfen: »Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land einer neuen eigenständigen Kunst weisen, kurz, eine Nationalmusik schaffen! Wenn das kleine tschechische Volk solche Musik habe, warum sollten sie sie nicht haben, wenn doch Land und Volk so riesig sind«, konstatierte er nicht ohne Ironie. Dvořák ließ sich von Spirituals und der Kultur der indigenen Völker inspirieren, deren Eigenheiten auch in den Liedern seiner Heimat zu finden sind. Das romantische Meisterwerk umfasst die Weite der Prärie und die Sehnsucht nach Böhmen. Wer einmal die berührende Melodie des Englischhorns im zweiten Satz gehört hat, kann sie nie wieder vergessen. Amerikanisch und zugleich tschechisch – das gelang nur Dvořák. Seine Neunte ist seit der 1893 frenetisch gefeierten Uraufführung in der neu erbauten Carnegie Hall ein Klassikhit, den Astronaut Neil Armstrong mit auf den Mond nahm.
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Konzert 6:
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Gérard Korsten / TrioVanBeethoven
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Gérard Korsten, Dirigent TrioVanBeethoven: Clemens Zeilinger, Klavier Verena Stourzh, Violine Florian Berner, Violoncello Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester in C-Dur op. 56 »Tripelkonzert« Johannes Brahms: Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68 Es gibt die einen, die mit neuen Ideen mutig vorauspreschen, alle Scheuklappen ablegen und nicht viel auf die Meinung anderer geben – komme was wolle. Und es gibt jene, die aus Angst vor Ablehnung zögern und zaudern, grübeln und verwerfen, revidieren, nur um am Ende doch wieder von vorne anzufangen. Zu der ersten Kategorie Mensch gehört Ludwig van Beethoven, zur zweiten Johannes Brahms. Als Beethoven sein Tripelkonzert fertigstellt, hat er mit der Eroica, der Appassionata und Fidelio binnen eines Jahres mal eben mir nichts dir nichts die Musikwelt revolutioniert. Im Schatten dieser Meilensteine weiß mit dem Tripelkonzert zunächst niemand etwas anzufangen. Wohin mit diesem eigentümlichen Gebilde? Was möchte der Künstler uns sagen? Als Mischung aus Serenade, Solokonzert und Symphonie erinnert es an die klassische Symphonie concertante. Doch die kompositorische Struktur hat ebenso Ähnlichkeiten mit der barocken Form des Concerto grosso. Oder ist es doch einfach ein verkapptes Cellokonzert? Die Fachpresse zermartert sich die Köpfe, Beethoven schert sich nicht groß drum. Gelobt wird zwar, er habe seinem »Reichtum gern üppig schwelgender Fantasie den Zügel, wie kaum sonst irgendwo, schießen lassen«, doch ist auch von vielen »krausen, bizarren Zusammenstellungen« die Rede, dass »man ihm überall gehörig zu folgen als eine Last empfinden müsste«. Das Tripelkonzert – ein kreativer Ausrutscher? Die Ausnahme, die die Regel bestätigt? Viele würden wohl noch heute zustimmen. Nicht so Johannes Brahms, der das Werk mehrfach als Pianist aufführt. Ohnehin steht Brahms zeitlebens unter dem Eindruck seines großen Vorgängers, in dessen gigantische Fußstapfen er treten soll. Aber wie nur? Als der junge Brahms bei Clara und Robert Schumann aufschlägt, spricht Letzterer in der bekanntesten Musikzeitung des Landes von einem »Berufenen«, von einem »Zauberstab«, mit dem er »Mächte der Massen, im Chor und Orchester« bewegen wird. Was Schumann meint? »Er soll sich immer an die Anfänge der Beethovenschen Symphonien erinnern; er soll etwas Ähnliches zu machen versuchen.« Wenn es mehr nicht ist. – Er werde nie eine Symphonie komponieren, klagt Brahms, wenn er »immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren hört.« Er wird es doch noch schaffen – nach über 14 Jahren Arbeit.
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texte & töne Festival 2026:
texte & töne Festival 2026:
Paul-Boris Kertsman
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Paul-Boris Kertsman, Dirigent Martin Ritter: »We are still … and time moves through us« (2026) Magnus Lindberg: »Jubilees« (2002) Unsuk Chin: »Graffiti« (2013) Für die SOV-Auftragskomposition wurde 2026 der österreichische Komponist Martin Ritter ausgewählt. Spezialisiert auf elektronische und mikrotonale Musik entsteht ein Werk inspiriert von Texten der kanadischen Dichterin Elee Kraljii Gardiner. Unter dem Titel We are still … and time moves through us kommt die Komposition im November zur Uraufführung. Erweitert wird das Programm mit Jubilees vom finnischen Komponisten Magnus Lindberg, einer Vertonung und Zusammenstellung seiner Piano Jubilees. Die sechs kurzen Sätze weisen eine wage Verwandtschaft mit Debussys und Chopins Charakterstücken auf. Graffiti von der Südkoreanerin Unsuk Chin zeigt ihre moderne, undoktrinäre, lyrische Musiksprache, die weder illustrierend noch programmatisch ist. Sie komponiert Musik, die nicht von Zeit oder Raum beschränkt ist, die starke Kontraste bietet, reich an Gegensätzen und Labyrinthen, aber weder tonal noch atonal ist. Eintritt frei!
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Konzert 4:
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Leo McFall / Timothy Ridout
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Symphonieorchester Vorarlberg Leo McFall, Chefdirigent Timothy Ridout, Viola Alexander Borodin: Ouvertüre zur Oper »Prinz Igor« William Walton: Konzert für Viola und Orchester Sergei Rachmaninow: Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27 In diesem Konzert stehen drei am Ende sehr erfolgreiche Werke auf dem Programm, die in ihrer Entstehung um Haaresbreite gescheitert wären. Die Gründe sind ein zu früher Tod, eine falsche Erwartung und eine schwere Depression. Als Alexander Borodin 1887 plötzlich stirbt, ist seine erste und einzige Oper immer noch nicht fertig – nach 18 Jahren Bearbeitungszeit. Wie kann das sein? Zum einen, weil Borodin eigentlich gar kein Komponist ist, sondern Arzt und Professor für Chemie in St. Petersburg. Musik bleibt ein Hobby, eine Leidenschaft, der er nur im Krankenstand nachgehen kann. Die Oper Prinz Igor wird zu seinem Lebensprojekt. Denn zum Mangel an Zeit kommt erschwerend hinzu, dass Borodin perfektionistisch veranlagt ist. Mehrfach reist er in die entlegensten Gegenden Russlands, um die passenden Volksweisen für seine Melodien zu finden. Und das dauert. Am Ende kommt es, wie es kommen muss: Borodin stirbt, bevor die Oper fertig ist. Nach seinem Tod nehmen sich seine Freunde Alexander Glasunow und Nikolai Rimski-Korsakow der Sache an und stellen die Oper fertig. Mit Anfang 20 löst William Walton mit seinem schrillen Werk Façade, das zu zeitgenössischen Gedichten entstand, einen wahren Aufschrei im konservativen Großbritannien aus und gilt schnell als Enfant terrible. Der Violist Lionel Tertis hätte also durchaus wissen können, worauf er sich einlässt, als Walton beauftragt wird, ein Solokonzert für ihn zu komponieren. Doch als Walton ihm nach wenigen Monaten die gar nicht so futuristische Partitur vorlegt, lehnt Tertis überraschend ab: zu modern, so etwas wolle er nicht spielen. Kurz bevor das Projekt ganz in sich zusammenfällt, erklärt sich Paul Hindemith bereit, das Stück uraufzuführen. Im Publikum sitzt Lionel Tertis und bereut seinen voreiligen Entschluss. Als die Uraufführung seiner ersten Symphonie zum Fiasko wird, fällt Sergei Rachmaninow in eine tiefe Depression: »Ich glich einem Menschen, den der Schlag getroffen hatte und dem für lange Zeit Kopf und Hände gelähmt waren.« So etwas möchte er nicht noch einmal erleben. Drei Jahre lang komponiert er gar nichts, danach alles Mögliche – nur keine Symphonie. Erst durch die Hypnosesitzungen bei Dr. Nikolai Dahl kann er neuen Mut schöpfen – und wagt sich schließlich an eine zweite Symphonie.
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Konzert 5:
Konzert 5:
Katharina Müllner / MatÍas Piñeira
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Katharina Müllner, Dirigentin MatÍas Piñeira, Horn Richard Wagner: Siegfried-Idyll WWV 103 Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 2 Es-Dur Felix Mendelssohn Bartholdy: »Die schöne Melusine« Ouvertüre op. 32 Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 34 C-Dur KV 338 Richard Wagners Siegfried-Idyll ist ein zärtliches Geburtstagsständchen für seine Frau Cosima zum 33. Geburtstag im Dezember 1870 – anlässlich der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried, genannt Fidi. Die Widmung lautet: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang« und wurde im breiten Treppenhaus im Landhaus bei Luzern am Vierwaldstättersee uraufgeführt. Wagner übernahm kunstvoll verschiedene Leitmotive aus der Oper Siegfried. Das heiter gelöste Idyll gilt als eine seiner schönsten Orchesterkompositionen. Auf dem Horn, dem Markenzeichen des Opern-Siegfrieds, hat der Vater von Richard Strauss brilliert. Er war der berühmteste Waldhornvirtuose des 19. Jahrhunderts und seinem Sohn das romantisch klingende Instrument deshalb vertraut. Der bayerische Komponist schrieb früh sein 1. Hornkonzert. 60 Jahre später folgte als Reminiszenz das 2. Hornkonzert, das 1943 bei den Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm uraufgeführt wurde. Das vollendet schöne Meisterwerk zeichnet sich durch schlichte elegante Anmut sowie übermütige Virtuosität aus und zählt zu Strauss’ beliebtesten Konzerten. Die märchenhafte mittelalterliche Sage von der Liebe des Ritters Raimund zur schönen Meerjungfrau Melusine wandelte Felix Mendelssohn Bartholdy in eine berührende Konzertouvertüre, in ein atmosphärisches Stimmungsbild von inniger Poesie. Die schöne Melusine entstand 1833 | 34, ein Opernbesuch gab den Anstoß, sich diesem Stoff zu widmen. »Es klingt himmlisch, süß und leidenschaftlich«, schrieb ein Freund nach der Uraufführung in London. Musikalisch kontrastiert von kräftigen dramatischen Einbrüchen entführen zarte wogende Wellen in eine zauberische Wasserwelt, in die Melusine schließlich zurückkehren muss und die Wagner im Rheingold-Vorspiel inspirierten. Wolfgang Amadeus Mozarts festliche und fröhliche Symphonie in C-Dur von 1780 war die letzte, die in seiner Geburtsstadt Salzburg – er war dort Hofmusiker – entstand. Majestätisch und feierlich tönt der erste Satz mit Fanfaren und Marsch-Rhythmen, doch es gibt auch leise und nachdenkliche Momente, wie Licht und Schatten. Die folgende Ruhe überrascht mit melodischer Stärke und wandelt sich im Finale in eine mitreißende süditalienische Tarantella.
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Gastkonzert Lechwelten
Symphonieorchester Vorarlberg
Symphonieorchester Vorarlberg Katharina Müllner, Dirigentin Matías Piñeira, Horn Richard Wagner: Siegfried-Idyll WWV 103 Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 2, Es-Dur Felix Mendelssohn Bartoldy: »Die schöne Melusine«, Overtüre op. 32 Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 34 C-Dur KV 338 Richard Wagners Siegfried-Idyll ist ein zärtliches Geburtstagsständchen für seine Frau Cosima zum 33. Geburtstag im Dezember 1870 – anlässlich der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried, genannt Fidi. Die Widmung lautet: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang« und wurde im breiten Treppenhaus im Landhaus bei Luzern am Vierwaldstättersee uraufgeführt. Wagner übernahm kunstvoll verschiedene Leitmotive aus der Oper Siegfried. Das heiter gelöste Idyll gilt als eine seiner schönsten Orchesterkompositionen. Auf dem Horn, dem Markenzeichen des Opern-Siegfrieds, hat der Vater von Richard Strauss brilliert. Er war der berühmteste Waldhornvirtuose des 19. Jahrhunderts und seinem Sohn das romantisch klingende Instrument deshalb vertraut. Der bayerische Komponist schrieb früh sein 1. Hornkonzert. 60 Jahre später folgte als Reminiszenz das 2. Hornkonzert, das 1943 bei den Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm uraufgeführt wurde. Das vollendet schöne Meisterwerk zeichnet sich durch schlichte elegante Anmut sowie übermütige Virtuosität aus und zählt zu Strauss’ beliebtesten Konzerten. Die märchenhafte mittelalterliche Sage von der Liebe des Ritters Raimund zur schönen Meerjungfrau Melusine wandelte Felix Mendelssohn Bartholdy in eine berührende Konzertouvertüre, in ein atmosphärisches Stimmungsbild von inniger Poesie. Die schöne Melusine entstand 1833 | 34, ein Opernbesuch gab den Anstoß, sich diesem Stoff zu widmen. »Es klingt himmlisch, süß und leidenschaftlich«, schrieb ein Freund nach der Uraufführung in London. Musikalisch kontrastiert von kräftigen dramatischen Einbrüchen entführen zarte wogende Wellen in eine zauberische Wasserwelt, in die Melusine schließlich zurückkehren muss und die Wagner im Rheingold-Vorspiel inspirierten. Wolfgang Amadeus Mozarts festliche und fröhliche Symphonie in C-Dur von 1780 war die letzte, die in seiner Geburtsstadt Salzburg – er war dort Hofmusiker – entstand. Majestätisch und feierlich tönt der erste Satz mit Fanfaren und Marsch-Rhythmen, doch es gibt auch leise und nachdenkliche Momente, wie Licht und Schatten. Die folgende Ruhe überrascht mit melodischer Stärke und wandelt sich im Finale in eine mitreißende süditalienische Tarantella.
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Matineekonzert
Appenzeller Bachtage
Mit Christoph Schönfelder (Organist in Residenz) und Patrick Henrichs (Trompete) Trompete und Orgel sind das Traumpaar sommerlicher Kirchenkonzerte! Und so freuen sich die Appenzeller Bachtage, im Rahmen der Ausgabe 2026 erstmals ein Sonderkonzert mit dieser attraktiven Besetzung anzubieten. Der Barocktrompeter Patrick Henrichs und unser diesjähriger Residenz-Organist Christoph Schönfelder finden dabei im stimmungsvollen Ambiente der Dorfkirche Stein zusammen, um strahlende Duo-Werke von Clarke, Telemann, Biber und Krebs sowie virtuose bis verinnerlichte Solowerke aus drei Jahrhunderten Musikgeschichte darzubieten. Im Zentrum stehen Werke von Bach und seiner bis in die Frühklassik und Romantik ausstrahlenden Schule. 10.30 Uhr Abfahrt Busshuttle, Besucherzentrum Teufen AR 11.00 – 12.00 Uhr Konzert, Evang. Kirche Stein AR 12.15 Uhr Rückfahrt Busshuttle nach Teufen AR CHF 50 | 30 inkl. Bustransfer; im Generalpass enthalten
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Festgottesdienst mit Bachkantate BWV 177
Appenzeller Bachtage
Mit Julia Doyle (Sopran), Margot Oitzinger (Alt), Jakob Pilgram (Tenor), Christoph Schönfelder (Organist in Residenz), Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung, Rudolf Lutz und Clemens Flämig (Leitung) BWV 177 «Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ» Der Festgottesdienst in der evangelischen Kirche Teufen versetzt Bachs heute meist im Konzert zu erlebende Kantaten wieder in ihr authentisches Entstehungsumfeld. Begleitet von den historisch verbürgten Lesetexten und im Zusammenwirken mit Liedgesang, Gebeten und einer darauf bezogenen Predigt wird Bachs Kunst der musikalischen Bibelauslegung in einzigartiger Weise lebendig. Neben seiner Choralkantate «Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ» BWV 177 erklingen dabei historischem Usus folgend auch eine Motetten von Orlando di Lasso, Auszüge aus der 16-stimmigen Messe des Bach-Verehrers Carl Friedrich Christian Fasch sowie Orgelwerke. Pfarrerin Andrea Anker gestaltet den Gottesdienst gemeinsam mit Niklaus Peter sowie dem Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung unter der Leitung von Rudolf Lutz und Clemens Flämig. Die Orgel spielt unser Residenzorganist Christoph Schönfelder. Eintritt frei Keine Platzreservation möglich. Im Anschluss lädt die Kirchgemeinde Teufen zu Kaffee und Kuchen im Kirchgemeindehaus ein.
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Schlussabend «Menu surprise»
Appenzeller Bachtage
Klangvoller Abschlussabend mit musikalischen Überraschungen und feiner Kulinarik Schon die historisch belegten Zusammenkünfte der weitverzweigten Bach-Familie im alten Thüringen waren glanzvolle Anlässe, bei denen sich leibliches Wohl und gelebte Geselligkeit mit «extrafeinen» musikalischen Genüssen vereinten. Familiensinn und Gastfreundschaft verbanden sich dabei in zeitlos vorbildlicher Weise mit Spielkunst und Improvisationsfreude. Entsprechend schliessen auch 2026 die Appenzeller Bachtage mit einem musikalischen Fest, das klingende Beiträge aus den Reihen des Festivalorchesters mit gehobener Gastlichkeit und aus dem Moment heraus entwickelten Surprisen verknüpft. CHF 80 inkl. Flying Dinner; nicht im Generalpass enthalten
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Jugendprojekt
Appenzeller Bachtage
Mit dem Chor Musikschule Appenzeller Mittelland (Hiroko Haag), Sunny Kids Bottmingen (Damaris Nussbaumer), Boys Choir Lucerne (Marcel Fässler), Singschule Solothurner Mädchenchor (Lea Scherer) Leitung: Rudolf Lutz, Hiroko Haag, Damaris Nussbaumer, Marcel Fässler, Lea Scherer «Bach geht weiter» – wenn es gelingt, auch die nächsten Generationen an sein Werk heranzuführen. Die Appenzeller Bachtage beziehen deshalb Jugendprojekte stets prominent in ihr Programm ein. In diesem Jahr lädt das Festival junge Vokalensembles aus verschiedenen Kantonen der Schweiz ein, sich freundschaftlich zu messen. Höhepunkt des Projektes ist die Uraufführung einer vom musikalischen Leiter Rudolf Lutz komponierten mehrchörigen «Bach-Motette», die Bach’sche Impulse in mitreissende Töne für heute übersetzt. Die Aufführung wird am Klavier von Rudolf Lutz und dem Festivalorganisten Christoph Schönfelder begleitet.
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Nachtkonzert
Appenzeller Bachtage
Mit Phantasm Viol Consort und Sören Richter (Rezitation) Nichts verkörpert die Stimmung der Nacht so gut wie der zart-eindringliche Klang von fünf Violen da Gamba. Wie die Farben eines barocken Gemäldes erkunden die Resonanzen der Gamben alle Schattierungen der menschlichen Seele. Das aus der Heimat der Consort Music angereiste Ensemble Phantasm Viol Consort verneigt sich zunächst vor Henry Purcells meisterlich traditionsverbundenen Streicherfantasien von 1680. Anschliessend versetzen die phantasievollen Zusammenstellungen des Quintetts Auszüge aus Bachs «Wohltemperiertem Klavier» sowie seinem Orgel-Œuvre in einen neuen Darbietungskontext, der die besondere Sanglichkeit Bach’scher Stimmführungen erlebbar macht. Ausgewählte Gedichte des Barock öffnen Fenster in die Sprachkunst und Gefühlswelt dieses ebenso glänzenden wie angefochtenen Zeitalters.
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Kantate BWV 177
Appenzeller Bachtage
Mit Julia Doyle (Sopran), Margot Oitzinger (Alt), Jakob Pilgram (Tenor) und Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung, Rudolf Lutz (Leitung) Die allmonatliche Kantatenaufführung – seit 2006 das Markenzeichen der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen – steht auch im Zentrum der Appenzeller Bachtage 2026. Die Choralkantate «Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ» BWV 177 passt besonders gut zum Festivalmotto. Handelt es sich doch um eine erst 1732 entstandene Komposition, mit der Bach nachträglich seinen Choraljahrgang von 1724/25 erweiterte. Dank verfeinerter Instrumentierungskunst und eindrücklicher Textaneignung gelang ihm dabei eine heute noch berührende Vertonung der von der Bitte um den rechten Glauben geprägten urlutherischen Liedstrophen. Vom Dialog dieser Musik mit der Reflexion der Kulturwissenschaftlerin und Digitalexpertin Mercedes Bunz darf man die spannende Begegnung kontrastreicher Gedankenwelten erwarten. 16.30 – 17.00 Uhr Calov-Runde, Besucherzentrum Teufen AR 17.30 – 18.10 Uhr Werkeinführung in der evang. Kirche Teufen AR, anschliessend Imbiss im Kirchgemeindehaus Hörnli 19.00 – 20.15 Uhr Kantatenkonzert und Reflexion in der evang. Kirche Teufen Werkeinführung und Konzert werden in Ton und Bild mitgeschnitten. Workshop inkl. Imbiss CHF 40 Konzert: CHF 60 | 50 | 30 Im Generalpass enthalten
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Philosophischer Salon
Appenzeller Bachtage
Mit Mercedes Bunz, Martin Zeller (Violoncello) und Barbara Bleisch (Moderation) Warum behaupten viele standhaft, sie könnten eine KI-generierte Fuge à la Bach von einem Original unterscheiden – auch wenn Doppelblindstudien zeigen, dass das selbst Berufskomponisten nicht durchgängig möglich ist? Berührt «echte» Kunst mehr als ein Fake? Was bedeutet Echtheit überhaupt im Zeitalter von KI? Die Philosophin Barbara Bleisch trifft Mercedes Bunz, Professorin für Digitale Kultur und Gesellschaft am King’s College London und Leiterin des Creative AI Lab in London zum Gespräch über Künstliche Intelligenz und deren Bedeutung für das Kunstschaffen. Der Philosophische Salon findet in Zusammenarbeit mit dem Museum Zeughaus Teufen statt, das im Sommer 2026 eine Ausstellung zum Café Spörri zeigt, welches zwischen 1931 und 2007 das gesellschaftliche Leben in Teufen mitprägte. Das Café war damals ein bedeutender Ort für Verlags- und Kulturschaffende. Eine Wiederbelebung also durch den Philosophischen Salon mit Musik für Violoncello solo! CHF 40 inkl. Kaffeekränzchen und Museumsbesuch im Anschluss
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Akademie III
Appenzeller Bachtage
Mit Johanna Soller, Rudolf Lutz und Claus Fischer (Moderation) Bachs Musik ist ein musikalischer Dauerbrenner, der immer wieder neue und andere spielpraktische Zugänge provoziert und ermöglicht hat. Zugleich konnte die Historische Aufführungspraxis nicht zuletzt im Umfeld der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen in den letzten Jahrzehnten umfangreiche Erfahrungen mit unterschiedlichen Herangehensweisen, Ensemblegrössen, Instrumentierungen und Darbietungsstandards machen, die sich nun in einer Situation des vielfachen Generationswechsels aufs Neue bewähren müssen. Alten Fragen und neuen Herausforderungen der Darbietung Bach’scher Musik widmet sich daher ein von dem Alte-Musik-Experten und Radiojournalisten Claus Fischer geleitetes Diskussions-Panel, bei dem mit Johanna Soller und Rudolf Lutz Vertreter unterschiedlicher Generationen und Traditionen von Bach-Aufführungen ins Gespräch kommen. CHF 20 Im Generalpass enthalten
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Kammermusikkonzert
Appenzeller Bachtage
Mit Marie-Sophie Pollak (Sopran), Renate Steinmann (Violine & Leitung), Johanna Soller (Cembalo & Leitung), Patrick Henrichs (Trompete) und dem Orchester der J. S. Bach-Stiftung Auch der einzigartige Bach studierte die Musik seiner komponierenden Zeitgenossen aufmerksam. Vor allem das blühende Musikleben der kursächsischen Residenz Dresden war für ihn Vorbild und Ansporn. Im Umfeld der von Spitzenmusikern wie Pisendel, Zelenka und Heinichen geprägten Hofkapelle wurde der moderne italienische Konzertstil gepflegt und wie in Bachs eigenen Schöpfungen über Gattungsgrenzen hinweg weiterentwickelt. Das nach historischer Praxis vom Cembalo (Johanna Soller) und Konzertmeisterpult (Renate Steinmann) geleitete Projekt versammelt rund um Telemanns berühmtes Trompetenkonzert in D-Dur herausragende Werke des Sächsischen Barock. Bachs virtuose Kantate «Jauchzet Gott in allen Landen» BWV 51 präsentiert Koloratursopran und Solotrompete in musikantischer Bestform. 19.15 Abfahrt Busshuttle Besucherzentrum Teufen 20.00 – 21.30 Konzert in der evang. Kirche Trogen 21.45 Rückfahrt Busshuttle nach Teufen CHF 50 | 30 inkl. Bustransfer; im Generalpass enthalten
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Akademie II
Appenzeller Bachtage
Mit Kolja Lessing (Klavier & Gespräch) Der Pianist, Geiger und Musikpublizist Kolja Lessing stellt in seiner Gesprächsmatinee «Im Banne Bachs» klavieristische Resonanzen auf Bachs Schaffen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart vor. Kompositionen von Carl Czerny, Ferruccio Busoni, César Franck und anderen Meistern belegen die anhaltende Faszination der abendländischen Musik für die Fugenkunst, das regelhafte Präludieren und die Choralbehandlung Bachs. Rudolf Lutz’ Klavierbearbeitung der berühmten d-Moll-Ciaccona für Violine solo beschliesst diese kommentierte musikalische Entdeckungsreise. CHF 20 Im Generalpass enthalten
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Akademie I
Appenzeller Bachtage
Mit Anselm Hartinger und Rudolf Lutz Der künstlerische Leiter der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen, Rudolf Lutz, bestreitet gemeinsam mit Dr. Anselm Hartinger die erste Akademie unserer Bachtage. Dabei geht es jenseits einer unerklärlichen «Meisteraura» darum, die schon im 18. Jahrhundert zukunftsweisenden Techniken und «Alleinstellungsmerkmale» des Bach’schen Komponierens freizulegen. Entlang der in der ersten Bach-Biografie von Johann Nikolaus Forkel 1802 namhaft gemachten Schaffensbereiche widmet sich die Akademie unter Einbeziehung des Publikums und in ebenso vergnüglicher wie lehrreicher Weise einzelnen Schwerpunkten des Bach’schen Komponierens von der Choralbehandlung bis zum Kontrapunkt und versucht sich so an einer Annäherung an die künstlerischen Entscheidungen des Thomaskantors. CHF 20 Im Generalpass enthalten
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